Von Stefanie Bona, Rheinische Post
 

Wie der Bergzwerg entsteht

 
Jens−Henrik Hübner ist Banker mit einem Faible fürs Zeichnen. Für das Kundenmagazin entwirft der Leiter der Volksbank−Marketingabteilung und studierte Grafik−Designer Cartoons. 
Die Figur stellt den typischen Ur-Bergischen dar.

 

Wenn der „Bergzwerg“ eine Bank überfällt, der Schnecke zur Teilnahme am Röntgenlauf gratuliert oder sich als pummeliger Gnom in die Fußball−Elf einreiht, muss man einfach schmunzeln. Die lebendigen, liebevoll gemachten Cartoons, die im Kundenmagazin der Volksbank Remscheid−Solingen regelmäßig die Leser erfreuen, sind im wahren Wortsinn hausgemacht. 

Entstehen doch die witzigen, bunten Bilder nicht anonym in irgendeiner Agentur, sondern werden vom Leiter der Volksbank Marketing−Abteilung selbst am Zeichenblock gemalt und gestaltet.
Beim ersten Blick auf die Bilderserien wird schnell klar: Jens−Henrik Hübner ist ein Profi. Denn bevor sich der heute 30−Jährige zum Banker ausbilden ließ, besuchte er zehn Jahre lang eine private Malschule in seiner Heimatstadt Haan und studierte nach dem Abitur Grafik−Design. Als er jedoch diverse Praktika in verschiedenen Werbeagenturen absolvierte, kamen ihm Zweifel, ob er in diesem Bereich eine gesicherte Zukunft finden konnte und wollte. „Der Konkurrenzdruck ist bei diesen Unternehmen sehr groß“, hat Hübner damals erfahren. 

Also entschloss er sich kurzerhand umzusatteln und bekam dazu bei der Volksbank in Remscheid in doppelter Hinsicht eine Chance. Gleich die erste Bewerbung erbrachte ihm die Lehrstelle zum Bankkaufmann. Am Ende der Ausbildungszeit konnte er sein kreatives Geschick mit Azubi−Kollegen beweisen, als ein neues Konzept für den Markt der jungen Kunden gesucht und umgesetzt wurde.
Dies brachte dem versierten Zeichner die Aufgabe, eine Marketingabteilung aufzubauen, deren Leiter er heute ist. „Somit habe ich den Spagat zwischen einem soliden Job und dem Wunsch, kreativ zu sein, geschafft“, sagt Jens−Henrik Hübner. Den putzigen „Bergzwerg“ als Identifikationsfigur für den fleißigen, mitunter ein wenig sturen Bergischen und die sich um ihn rankenden Geschichten hat er selbst entwickelt. 

Die Zeichnungen entstehen auf dem Block, auf die Möglichkeiten der modernen Computertechnik greift der Künstler allenfalls bei der Farbgebung der Hintergründe zurück. Dem Cartoon, aber auch dem Zeichnen mit Bleistift und Kohle gehört seine Leidenschaft. „Für Ölmalerei fehlt mir die Geduld“, meint der 30−Jährige. 

Aus Anlass des fünften Zwergen−Geburtstags hat die Volksbank Anfang Dezember 2009 ein Jubiläumsbuch herausgegeben – dessen Auflage von 500 Stück beinahe vergriffen ist.